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12 Tage Arbeit.
Bald werde ich mir eine Art Altar mit all den Firmenschildern “externer Mitarbeiter” erbauen.
12 Tage im Krankenhaus verbringen, Support für die dortige IT.
Ich hatte mir nicht viel dabei gedacht, Krankenhaus, was ist schon dabei?
Nach einer Woche hatte ich mich an so gut wie alles gewöhnt.
Intensivsstation, um 5 Uhr anfangen und ab in den OP-Bereich. Ambulanz, Schockraum.
Dort starrt mich ein Mann an, die linke Wange fällt nach unten. Schlaganfall. Ich sehe meinen Vater vor 8 Jahren.
Alte Menschen starren mich leer an. Nichts außer dem Geruch von Desinfektionsmittel und einem nicht definierbaren Respekt vor all dem.
Ohne mich nach dem Begriff zu erkundigen, melde ich mich natürlich ahnungslos als erster für die Computer auf der Paliativstation.
Abends sitze ich mit ein paar Bier auf der Veranda und halte Monologe über “begleitendes Sterben”.
Irgendwas setzt mir zu, doch es ist nicht der Job. Die Angst vorm altwerden. Sollte ich nicht drüber lachen? Die 12 Tage Krankenhaus, und ich maße mir an, über diese Umstände vollstends Bescheid zu wissen.
Wenn ich auch die letzten eineinhalb Jahre viermal ein Krankenhaus aufsuchen musste, nur über Nacht.
Ich wurde sensibilisiert für das Elend.
So würde ich das sehen, am letzten Tag. Wo früher Feierabend war. Schluss also mit Rundgängen durch das Krankenhaus.
Ich sitze bei T., spontan etwas zu rauchen holen.
Was tun mit dem angefangenen Tag, wenn nicht eine Stunde auf dem Sofa verbringen und fernab von jedem Niveau Scheisse labern?
T. setzt bei Frauen plötzlich oberhalb des Brustkorbes an, eine interessante Entwicklung. Schwärmt von einer neuen Bekanntschaft, ohne in nur einem Satz “Fotze”, “Ficken” oder “Geile Alte” zu erwähnen. Ich muss die letzten 5 Monate geschlafen haben.
“Mut in diesen Zeiten, Alter. Aber das nächste mal Bitte nicht so unspektakulär”
Genau! Wenn alle Stricke reißen, hab ich mir doch längst ne Seilwinde geholt.
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Sommerliche Wärme durchfährt mich. Eine halbe Stunde auf der Veranda, bewaffnet mit Kaffee, Notebook, Kippen und Gras.
Eine halbe Stunde reicht aus, um die letzten Woche vergessen zu machen. Zumindest temporär, temporär sorglos zu sein, temporäre Glücksgefühle.
Kein langer Blogeintrag um eine durchsoffene Nacht oder depressive Gefühlsausschwenke. Der Streit in der Familie legt sich, selbst Mum hat sich im Griff. Alles temporär?
“Weißt du, nicht alles was ich dir sage ist leer. Ab und zu hängt da ein Fünkchen Hoffnung dran, dass du dich änderst.”
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Ein letztes Mal aufstehen. Der Zug.
Müdigkeit. Ein letztes Mal der 1,80 Kaffee.
4 Monate Frühschicht und Party.
Keine Ahnung, wie es nun weiter gehen soll.
Eine Woche Urlaub, auskatern.
Straight beschissenen daherkommen, irgendwie ist mir das in letzter Zeit nie aufgefallen.
Besoffen schlafen, besoffen aufstehen. Zwischendurch ein bisschen unliebsame Realität und verzweifelte Suche nach den Gedanken vergangener Tage.
Wahrscheinlich das Ergebniss koordinierter Depressionen, unbedachten Drogenkonsums oder einer klaren “scheissegalsaufenfickenoi!” Haltung.
Als ich vor einigen Tagen gefragt wurde, was ich mir denn für dieses Jahr noch so vorstellen kann, hätte es spätestens knallen sollen.
Was denn vorstellen, verfickter Spinner? Mich in eine Yuppie-WG knallen, studieren und eloquent beschissene Blogeinträge verfassen.
Und dann höre ich euch in der Straßenbahn über Integration und Mauerfall reden. Dresden und Trümmerfrauen. Verbale Hitlergrüße. Direkt in die Schnauze.
Ich sehe nur noch mich in der Scheibe. Die Realität entspiegelt.
“Einen Grabstein für den ganzen Schlamassel und darauf gehört die Inschrift:
Menschheit, du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu.” (Ch. Bukowski)
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Bei langsam erdrückendem Atem. Volle Straßenbahn.
Ein unendlicher Tag. Zeitlos besetzt.
“ich will auch nach hause”
Musst du nicht. Ist doch mal was anderes, und eigentlich eher cool hier.
Verwirrte Handygespräche und pc´le Taktshow im Strobo.
Hier zieht all dies an dir vorbei.
Zug, Duschen, Pizza, Becks.
Etwas Ruhe, Thekendienst.
Irgendwo legt jemand einen ATR Remix auf.
“Hey, lass von dir hören! Und stör dich an all dem nicht.”
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[22:06:31] > jaja demokratie als grundvorraussetzung für den kommunismus wuerd ich ja aber auch eher fragwuerdig sehen.
[22:06:42] > eher direkt in die schnauze da
[22:07:41] > den kommunismus durchprügeln. organisiert euch[22:07:09] > aber bitte mit kritik an der warenfoermigen gesellschaft oi
[22:07:11] > und soooooooooh
Diese Tage sind auch unsere… Diese Tage sind den hunderten MigrantInnen und Flüchtlingen, die an den Grenzen, in den Polizeirevieren, am Arbeitsplatz ermordet wurden, gewidmet. Sie sind den – durch Bullen oder die empörten Bürger – Ermordeten gewidmet. Sie sind für die, die umgebracht wurden, weil sie die Grenzen überschritten, weil sie wie Hunde schufteten, weil sie sich weigerten den Kopf zu senken, weil sei nichts getan haben. Sie sind für Gramos Palussi, für Louan Berdelima, für Edison Jahajt, für Toni Onouaha, für Abdurahim Idriz, für Modasser Mohamed Asraf und viele andere, die wir nicht vergessen werden.
Diese Tage gelten der täglichen Polizeigewalt, die bis dato unbeantwortet, unbestraft geblieben ist.
Sie sind der Erniedrigungen an den Grenzen und in den Flüchtlingslagern, die bis heute anhalten, gewidmet. Sie sind den willkürlichen Urteilen der griechischen Gerichte, den MigrantInnen und Flüchtlingen, die zu Unrecht in Gefängnissen sitzen, der Gerechtigkeit, die sie uns beraubt haben, gewidmet.
Café Morgenland: Diese Tage sind auch unsere.
Wir haben nichts vergessen, wir werden nichts vergessen.
Diese Tage sind auch eure,
Louan, Toni, Mohamed, Alexis…
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Die Rolle des Statisten liegt mir.
Unbedacht irgendwo rumstehen, saufen und rauchen.
Schöner sind dann Zugfahrten wie diese. Eigentlich total am Boden und trotzdem im Regionalexpress in das obere Abteil setzen.
But Alive im Ohr. Ich lese über Rostock-Lichtenhagen, beobachtet vom stolzen deutschen deutschen Volke.
Die Sonne ist wohl noch das einzig schöne auf diesem Stück Erde. Brett vor dem Kopf.
Für John Lennon. Dem alten Arschloch!.
Der erste, der ein Feuerzeug rausholt bei der Nummer, der kriegt von mir eine persönlich in die Schnauze. Frauen, Männer, Behinderte. Alles egal. Alles scheissegal. Der kriegt voll eine rein!
Klar kommen da bessere Zeiten. Richtig coole sogar. Wo all das Übel etwas Abstand nimmt. Nicht mehr diese schlaflosen Nächte und das große Schweigen. Man wird ja nicht jünger.
Und vielleicht legt der DJ auch mal etwas auf, bei dem ich dich küssen kann.
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Ich schwierigen Zeiten sind es dann wohl die Momente, in denen man bekifft auf dem Klo sitzt und die Handtücher so intensiv rüberkommen, die einem das gewisse Etwas geben.
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“sitze vor der schule, peinige meine lunge, die eh schon von einer erkaeltung gepeinigt wird, mit 4 kippen in 20 minuten, mein koeper faengt an mit wildem zucken bei dem ansturm von dem vielen nikotin und anderen scheiss giften.ich denke mir:”scheiss drauf, gib ihm noch mehr” drehe meinen mp3 player noch lauter so dass walls of jericho anfaengt meine ohren zu schaedigen, die anderen fuehren ihre typischen gespraeche, nur ich sitze auf der treppe vertieft in gedanken und selbstmitleid, der eigentlich ueberhaupt nicht angebracht ist. doch all das ist mir immoment egal, scheiss auf die leute hier, scheiss auf mexiko, ich will zurueck, mein leben weiterfuehren wie es in deutschland geendet hat, mit excessen die einem aber auch geborgenheit geben.”
~ Mister N. – Mexico
Ich sitze auf der Arbeit. Leiharbeit, ein beschissen sarkastisch geformter Begriff.
Noch einen Monat, dann werde ich hier entweder übernommen oder darf wieder wechseln. Neuer Kunde, neues Glück?
Ich weiß es nicht. Und wieder mal ist all dies so paradox.
Ich habe mein Herz vergeben und alles sollte schön und gut sein. Es ist nicht so, es ist diese verdammte Monotonie, die einen wieder einholt.
3 Tage wach und mit dir auf Chaostour. Das wäre es wieder.
Du hast gerade dein Abi fertig, ich bin entweder arbeitslos oder unterfordert im Job.
Wenn du wieder da bist, wird gefeiert, gechillt, gekifft, gesoffen, Pizza gegessen und geredet.
