In einer Tüte zusammengefasst
Ist man im SchuelerVZ mit einem leicht provokanten Fake Account unterwegs, so ereilen einen doch man böse und auf der selben Weise auch witzige Nachrichten der deutschen Bevölkerung. Seinen Spaß erhält man allemal, wenn einem wie so oft in letzter Zeit, tierisch langweilig ist. So schrieb mir gestern einer junger Herr, ich betitel ihn an dieser Stelle mit “Sascha”, folgende Grußworte:
wenn du in deutschland lebst du affe dann sei nicht gegen deutschland…sei stolzn auf das was du bist. denn deutscher ist das höchste was ein mensch werden kann du dulli…
mfg ein vernünftiger deutscher
Und nebenbei mal wieder die alte Frage in den Raum geworfen: Wie zur Hölle kommen Menschen auf die Idee solcher Suchbegriffe? Und wie zur Hölle kommt Google in seinem völligen Wahn darauf, bestimmte dieser Meta-Tags meinem Blog anzuhängen?
Suchbegriffe, mit denen dieses Blog gefunden wurde.
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Besuche |
| alte verfickte omas |
2 |
| verfickte omas |
1 |
| intimrasur pickel |
1 |
| ab wann sind zu viele aspirin ungesund |
1 |
ScheisseVZ
April 23, 2008, 11:28
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Alltag
Die Frage nach exstenziellen Möglichkeiten erübrigt sich in genau dem Moment, wo du feststellst, dass dein Körper dir nichts mehr wert ist.
Einzig und alleine die äußere Erscheinung und dein Ansehen in der Gesellschaft, beeinflusst durch deinen Körper und dein Aussehen, stellen den letzten Punkt in diesem Spiel dar.
Warum fett, wenn´s auch dünn geht? Wo ist fett, wo beginnt dünn und warum erhöht Clearasil die Preise?
Es kann dir im Endeffekt scheiss egal sein, wie groß du bist, was du wiegst, ob du Pickel hast, deine Haare fettig sind oder die letzte Intimrasur 3 Wochen her ist.
Jedes noch so verdammte Foto (Ok, sehen wir an dieser Stelle von der Sache mit der Intimrasur ab) rückt dich und dein kaputtes Ego wieder in ein halbwegs gutes Bild.
Damit du wenigstens bei Myspace, StudiVZ und all diesen Web 2.0 Communitys zeigen kannst: Auch wenn es mir scheisse geht, ich mit mir unzufrieden bin, mich hässlich finde und mit nichts im Reinen bin, so bin ich wenigstens hier in Ordnung.
Dann freust du dich, über all die Typen und Mädels, die du sowieso nicht kennst, welche dein Profil auschecken. Die alle ebenso gut aussehen. Entweder einen der typischen Emo-Scheitel, kurze Haare oder eine in die Mode gekommene Frisur. Individualität ist nichts, Zugriffszahlen auf dein Profil sind alles.
Vielleicht noch etwas mehr die erotischere Pose Baby, und du kannst du dich vor Anfragen von notgeilen Vollidioten vorerst nicht mehr retten. Immerhin wird hier ein szenetypisches Web 2.0 klischee abgebaut. Es sind nicht irgendwelche Nerds, welche dort ihren verschwunden Internetlieben hinterhergeiern.
Nein, der normale Durchschnittsteen oder Student hat entdeckt, was für Winkelkombinationen mittlerweile selbst eine Handykamera zu leisten vermag.
In diesem Sinne, ich werde mich jetzt wieder in mein StudiVZ verkriechen und den Kommunismus ausrufen. Vorerst nur virtuell, aber selbst Tomb Raider wurde ja schon verfilmt.
Wir kennen Euch alle!
April 21, 2008, 2:10
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political
Wir sprechen heute zu Euch, so als alte Bekannte, die wir uns seit über 10 Jahren immer und immer wieder irgendwo in diesem Lande treffen. Und wir kennen uns - und das müsst Ihr zugeben - ziemlich gut.
(mehr…)
Altes Spiel
April 18, 2008, 8:08
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Alltag
Ich will das einmal alles anhält, und ich endlich meine Zeit kriege, über alles nachzudenken und endlich Entscheidungen zu treffen.
Endlich den Arsch hochzukriegen, die Lustlosigkeit zu bekämpfen und der Antriebslosigkeit den Krieg zu erklären.
Nach der Arbeit spontan das Badezimmer zu putzen, den Kaffee vom Morgen wegzukippen und 5 Minuten lang die vielen Pfandflaschen anzuglotzen, mit der Frage im Hinterkopf “Wann bringe ich den Scheiss endlich weg?”.
Pfandflaschen sind eine schöne Metapher für das, was ich in letzter Zeit immer wieder merke und fühle. Eine Wiederholung von Ereignissen. Flaschen kaufen, trinken, Flaschen wegbringen. Kaufen, Trinken, Wegbringen.
Ohne einen Funken von Veränderung.
Wenn ich früh Morgens gegen den Kater ankämpfe, dann markiert dies bereits den Höhepunkt meines Tages. Und irgendwann dann fragt man sich immer wieder einmal selber, ob dieses rumsaufen, kiffen, feiern, lieben, verletzen und letztendlich auf die Fresse fallen so gewollt ist.
Ich will wieder schreiben, in diesem Blog, und zwar nicht mehr oder nur darüber, wie schnitzeldrauf ich wieder war, wie beschissen alles läuft oder warum auch immer ich nur depressiven Mist aus mir rauskriege.
Darüber schreiben, warum das mit der Liebe und den daraus resultierenden Enttäuschungen und Erfolgen ein regelrechter Kreislauf ist. Warum Myspace letztendlich doch nur Selbstprofilierung ist und was es mit dem Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft auf sich hat.
Ich dachte 5 Minuten über Straight Edge und einen Neuanfang nach.
Danach bestellte ich noch einen Drink.
“Wer A sagt, der muß nicht B sagen. Er kann auch erkennen, daß A falsch war.”
Bertold Brecht
Boys don’t cry, ich weiß!
April 9, 2008, 6:53
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Alltag
Eigentlich war es schon geil, direkt an 2 Bäckern zu wohnen, wenn man morgens zum Bahnhof musste.
Bei Frau Wunderbar war ich bereits Stammkunde. Einen Kaffee zum mitnehmen, ein Big Pack rote Gauloises und 2 Brötchen.
Dinge wie Zuneigung, Liebe, Sex und dieser ganze sentimentale und körperliche Scheiss fehlten mir nicht. Dies jedenfalls hatte ich mir anscheinend gut genug eingeredet.
Dunkelrote, schulterlange Haare. Sie kaufte eine Packung rote Gauloises, einen Kaffee und warf mir einen unverständlichen Blick zu.
Idiot! Kein Wunder, mit solchen Pupillen und dem verschlafenen Gesicht könntest du selbst Michael Jackson in die Wüste jagen.
Vor 3-4 Jahren wären mir nun wahrscheinlich alle Arten von sexuellen Fantasien, von romantischen Abenden, gemeinsamen Autofahrten oder ein Besuch bei ihren Eltern in den Kopf genommen.
Nichts. Leere. Nicht einmal ein kräftiger Schluck Kaffee vermochte es, meinem Denken aufzuhelfen. Ich konnte sie ansehen, und nicht einmal das Verlangen nach einem Gespräch, dem billigen Anmachen mit der Feuerzeugfrage oder ein kleines Lächeln entsprang meinem Gesicht.
Wahrscheinlich würden wir uns nicht nocheinmal begegnen, schoss es mir durch den Kopf. Sie nahm den selben Weg wie ich zum Bahnhof.
Scheiss egal, auf zur Arbeit und versuchen, die alltägliche Monotonie so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.
Angefangen hatte es an sich ja schon gut, auch wenn sie bereits in einem Bus saß, den ich nicht nehmen konnte.
Er beinhaltete Mut, eine gehörige Portion Selbstwert und Freude am Leben.
Peter Licht - Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken
Es könnte alles so einfach sein
April 4, 2008, 8:11
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Alltag
Ich werde mich nicht mehr an sie richten. Alles verloren, und trotzdem gut.
Ich bleibe hier, und vielleicht waren im Endeffekt doch wieder nur ich und meine verdammte Unsicherheit schuld, dass nichts funktioniert hat.
Verdammte Erinnerungen, und nicht der Ansatz eines neuen Anfangs.
Es ist ja nunmal nichts so, dass mich hier wenig ankotzt. Ob nun mein Vermieter, meine Körpergröße oder dass der Typ mit dem Gras schon wieder weg ist.
Aber ich denke, ich habe innerhalb des letzten Monats eine Art neutrale “Scheiss egal, hauptsache geil” Stellung um mich herum aufgebaut.
Feiern, schlafen, wenig essen, prügeln, Arbeit verteufeln.
Bei all dem habe ich es noch nicht einmal geschafft, auch nur ein Sofa in meine Wohnung zu kriegen. Aber wozu auch, man ist ja sowieso kaum da.
An sich doch eigentlich verdammte schäbige Art für einen Neuanfang, und mittlerweile mache ich mich gar keine Gedanken mehr darum, ob all dies auf mich passt.
“Angst vor ´ner Alkoholvergiftung?” fragte er.
“So´n Blödsinn”, sagte ich und bestellte noch einen dieser verdammt geilen Cocktails.
Täglich grüßt der Busfahrer
März 28, 2008, 8:44
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Alltag
Als ich heute morgen in den Spiegel schaute, als ich auf der Arbeit den Kaffee trank und mit meinem Chef quatschte, fiel es mir erst wieder gravierend auf.
Es ist eine gesamt monotone Scheisse die hier abläuft, und das seit mehr als 2 Wochen.
6:30 Aufstehen, duschen, Kaffee, rauchen
7:35 Bus zur Arbeit
8:00 Arbeit. Kater verarbeiten, Kaffee
12:00 Essen, im Falle dass der Magen es zulässt.
13:00 Müdigkeit
16:15 Feierabend
17:00 Zu hause, nichts tuen. Kaffee, rauchen.
18:00 Weiter checken.
20:00 Feierei
21:00 Feierei, muss sein.
22:00 Feierei, richtig gut.
23.00 Feierei
00:00 Filmriss
6:30 ….
Diese ganze Scheisse hier langweilt mich zutiefst. Würde mein Chef mich wenigstens ordentlich zusammenfalten, wenn ich vor seinen Augen nur am surfen oder Mails schreiben bin, wäre das noch der Höhepunkt des Tages. Aber nein, stumpfes Absitzen und auf Aufgaben warten.
Kaffee, Käsebrötchen und Aspirin. Das geb ich mir jetzt.
Und Cheffe juckt das eh nicht, der hängt im StudiVZ.
Nur kurz
März 27, 2008, 8:14
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Alltag
Im Fernsehen lief heute Nacht noch eine Dokumentation über Hooligans in Deutschland. Ich rauchte einen Joint und genoss den kalten Ansturm von Gewalt auf der Mattscheibe. Rauchbomben, Bullenschweine und Pflastersteine.
“Manchmal muss man eben etwas kaputt machen” denke ich, und schlafe mit Johnny Cash in den Ohren ein.
I hurt myself today ….
Erkenntnis I
März 25, 2008, 2:49
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Alltag
Ich trinke meine Kaffee, draußen kratzt meine Nachbarin ihr Auto frei.
Hier schneit es seit Tagen, und nach 10-Minuten Fußweg zum Bahnhof könnte ich so zugeschneit für die rote Armee in Stalingrad kämpfen.
Ruhmreich und mit Arbeiterliedern auf den Lippen zum Bus.
Ich bleibe hier, das steht fest. Es ist mir in letzter Zeit relativ egal, wer aus meinem engeren Freundes- oder Bekanntenkreis hier mitliest. Aber ich habe nach und nach immer weniger Bock auf dieses alte “zu hause”.
Kein vierteljährlicher Blümchensex mit Gefühlschaos, keine ständiges Gebrülle im Elternhaus, kein Graskauf mit beschissenen Kursen mehr.
Mir ist klar, dass ich mich einer gewissen Verantwortung auch hier nicht entziehen kann. Dass selbst die nächste Person die ich streichle, eine Erklärung haben möchte. Dass es egal ist, wo man sich gerade befindet, man trotzdem verletzen kann und verletzt wird. Aber all dies dann lieber hier. In neuem Umfeld, der eigenen Wohnung und dem diesem Job.
Und wenn es das letzte ist was ich tue, ich werde selbst diesen verschissenen Füherschein hier fertig machen. Und weniger auf Touren nachts. Und das besser. Und hier keinen Stress. Und sowieso friedlicher. Ich werde mich ändern. Irgendwie.
Frei nach “… but alive”
Sie schreien dich an, werd’ endlich älter.
Werd’ vernünftig, los, werd’ alt.
Und Jahr für Jahr wird’s immer kälter
Und ich mein’, es war schon ziemlich kalt.
Wir müssen vor dem, was zählt, hier nicht entfliehen,
Nur weil die Jahre weiterziehen.
Irgendwas bleibt immer 16
Irgendwas wird niemals älter
Irgendwas wird 16 bleiben
Für immer 16 und niemals älter
Abspann
März 23, 2008, 3:14
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Alltag
Mein Bruder war 4, ich muss 6 gewesen. Ein Osterspaziergang mit der Familie. Ich versteckte die Eier und er freute sich über jedes Gefundene. Später erzählte ich ihm, es gäbe den Osterhasen gar nicht.
An sich war ich nie der Fan von Essen an Feiertagen mit der Familie. Zumal am Vortag bei solchen Terminen meist so groß Party ist, dass ich mich bemühen muss, die anderen Gäste nicht vollzukotzen oder in Gespräche über Bukowsky und Adorno zu verwickeln.
Bereits bei der Vorspeise wurde der Pegel durch 2 Bier wieder aufgefrischt. Das Essen war gut. Die letzte Nacht hatte im Kreislauf doch ihre Spuren hinterlassen. Anders konnte ich es mir nicht erklären, dass selbst das 2malige Zähneputzen keinen Konter gegen meine Fahne bieten konnten.
Eine Art von sehr strangem Schauspiel. Man sitzt in einem Kellergewölbe, die Familie trascht und ich bestelle ein Bier nach dem Anderen.
Die Gespräche drehen sich irgendwann um vergangene Urlaube und Festtage.
Mein Vater sitzt wie seit langem teilnahmelos dabei.
Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, ihn zu bemitleiden und trotzdem schmerzt es, ihn so anzusehen. Linksseitig gelähmt, diese eingeschränkte Handlungsfähigkeit. Und selbst wenn er etwas sagt, wird ihm wenig Beachtung geschenkt. Verfluchte Scheisse, eigentlich sollte ich mich über so eine Familie freuen.
Selbst das Gespräch mit meiner Mutter über die letzten Tage, die verlorene EC-Karte und ihre Sorgen um meine durchgefeierten Nächte verlief ruhig und gut.
Während mein Onkel von seinem Stammitaliener erzählt, schaue ich nur auf meinen Vater. Ich schneide ihm sein Steak und versuche ihn etwas aufzumuntern. Irgendwie zu zeigen, dass es mir egal ist wie er nun aussieht oder wie krank er ist. Dass ich ihn trotz allem Verganenen der letzten Jahre liebe und er nach wie vor mein Vater ist.
Während die Gespräche der Anderen sich wieder um Urlaube und Feiern drehen, denke ich an Dänemark ´96. Wie mein Vater uns morgens früh weckte, damit wir nicht in den Urlaubsstau auf der Autobahn kommen.
Wie wir gemeinsam grillten, an den Strand fuhren oder einen Drachen steigen ließen. Wie er aussah, bevor er krank wurde. Die linke Gesichtshälfte fällt nicht nach unten, er geht normal und fährt Auto.
Irgendwo ein Überdruck an Gefühlen, mir wird schlecht und ich gehe raus zum Rauchen. Das Restaurant liegt direkt am Fluss, der gerade über die Ufer tritt. Die Sonne scheint.
Eine Zweite rauchen, die Sonnenbrille auf und nur noch genießen.
Abseits von allem, und der Pegel von Gestern Abend gleicht sich an das frisch getrunkene Becks an.
Hier bleibe ich, und wahrscheinlich hat sich Gott ebenso gefühlt, als er seine erste Erektion hatte. Immerhin ist es Ostern, Halleluja!
Eric Clapton - Layla