provinzgefluester


Konzerthinweis: „D.I.Y oder DIE“ Show im Stumpf Hannover
Mai 23, 2007, 9:32
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Hinkommen, abrocken, Spaß haben, Punk sein !!
Wie komme ich zum Stumpf?! (Link)

D-I-Y-Show-Stumpf-Hannover

Wer nicht kommt, ist Schaffner oder sogar Polizist !!



Der Abend ist verloren – Die Freunde jubeln – Das Denken schleift ab
Mai 4, 2007, 8:30
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„Sind wir ehrlich, der Lack ist ab !“

Wir mögen viele der Leute nicht, und geben unsere Sorgen und Ausflüchte über die Altersstufe schon am Eingang der Party ab.

Wir stehen bei Partys ab jetzt am Rande und beobachten all jene, welche unsere Jugend wiederspiegeln. Der Abend bildet einen Spiegel und wir können die Bilder nicht mehr unterscheiden. Entweder ein gutes oder schlechtes.
Was übrig bleibt, sind Erwartungen, Hoffnungen und Sehnsüchte. Die Ängste ihrer Zerwürfniss sind mittlerweiler ein durchaus normaler und willkommener Begleiter.

Ihr zieht weg und wir bleiben da. Ihr geht studieren, und wir arbeiten hier. Ihr findet neue Freunde, wir klammern uns an alte.
Die einen haben Beziehungen, wir sind Feind unserer Selbst. Die Einen denken an Hochzeit, wir tragen schwarz. Die eine denken an Kinder, wir bemerken jeden Morgen unser leeres Bett.

Unsere Angst lähmt nicht, sie bindet. Sie bindet uns an Orte, die wir weder kennen noch mögen.
Eure, unsere und ihre Provinzpartys stellen den letzten Punkt in einem Spiel, welches wir nicht erfunden haben.

„This is the final Goodbye !“
Wir sind nicht mehr Wir.
Wir sind Wer geworden.

„Besser als zu hause rumzusitzen“ scheint der Leitspruch dieser Zeit
Und wir folgen in gepeinigtem Gewissen.

In Erinnerung an einen guten Freund



Zwischen Elite und Künstlern
Mai 4, 2007, 12:00
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Man sollte meinen, dass ein Gymnasium, dass für sich den Namen „Hölty“ – seines Zeichen Künstler – beansprucht, auch dementsprechend die Künste fördert. Nun ist es aber so, dass seit der neuen Oberstufenverordnung jener Zweig, der für Kunst und Musik vorgesehen ist, zwar angeboten werden kann, aber nicht angeboten werden muss. Nun fühlten sich die führenden Etagen dieses Gymnasiums aber zu elitär, um solch einen Zweig anzubieten und das, obwohl genügend Schüler diesen wählten und somit alle Bedingungen erfüllt wären. Dies sei allerdings zu kostspielig. Und überhaupt: hier ist nur Platz für die Elite und da gehören querdenkende Künstler nun einmal nicht dazu. Die können gerne woanders hingehen.
Eine Entscheidung, die für so einige Schüler fatal ist: der Großteil derer, die den Zweig wählten, müssten, sofern dieser nun nicht zustande kommt, wahlweise entweder die 11. Klasse wiederholen und darauf hoffen, dass sie nächstes Jahr mehr Glück haben, oder in eine andere Stadt auf eine andere Schule gehen. Dass dies für viele dieser Schüler starke soziale Belastungen mit sich bringt, schien der Schulleitung relativ egal zu sein.
„Sie haben bis Montag Zeit, zum Sprachlichen oder zum Naturwissenschaftlichen Schwerpunkt umzuwählen. Gesellschaftswissenschaftlich ist voll. Wenn Sie das nicht wollen, können Sie euch ja schon mal nach einer neuen Schule umsehen. Sie müssen ja schließlich nicht hierbleiben.“, so der Kommentar des Oberstudiendirektors, als sich die ersten Schüler beschwerten.
Es folgten Beschwerden zuhauf. Auf Direktor und Oberstudienrat wurde eingeredet, engagierte SchülerInnen gingen in der Schule herum und sammelten Unterschriften und es ging in die Planung zu einer Protestaktion, bis man schließlich damit abgespeist wurde, dass sich da „eventuell noch ein Kompromiss aushandeln lassen könne“ und, dass es Neuwahlen geben werde, in denen der komplette Jahrgang nochmal komplett neu das eigene Profil wählen wird.
Doch wäre es äußerst gutgläubig und naiv, nun einfach darauf zu vertrauen. Dazu kennt man die Führungsetage dieses Gymnasiums zu gut.
So fand heute jene geplante Protestaktion statt, an der sich zahlreiche Schüler beteiligten. Mit Parolen wie „Wir wollen Kunst. Wir wollen Musik.“ und „Habt ihr unsere Zweige satt, machen wir das Hölty platt.“ setzte sich eine Menschenmasse in Bewegung und führte eine Art Sitzstreik vor dem Lehrerzimmer durch, der teils auch bei den Lehrern auf Zustimmung traf, aber auch von vielen – inklusive der Rumkugel, die sich „Hausmeister“ schimpft – eher negativ und als Belästigung angesehen wurde. Der eigentliche, wichtigere Teil der Aktion, nämlich der kollektive Gang zum Sekretariat bzw. zum Büro des Direktors, blieb aus, da genau am heutigen Tage die Nachprüfungen für das Abitur in eben jener Etage stattfanden: Schlecht organisiert, aber kann man nichts machen.
Es fanden anschließend noch Gespräche mit der Schulleitung statt, die ergaben, dass es finanzielle Probleme gebe, besagte Zweige anzubieten. Jedoch wäre es dann möglich, sowohl Kunst, als auch Musik als Schwerpunkt anzubieten, wenn man jeweils einen Lehrer finden würde, der den 4-Stündigen Kurs übernimmt, jedoch sich nur 2 Stunden berechnen lässt: Ausbeutung auf miesestem Nieveau.
Eine andere, eher unwahrscheinlichere Lösung, wäre es angeblich, die Kurse der anderen Profile so umzustrukturieren, dass man jeweils 2 Kurse zu einem zusammenlegen könne (,wodurch man so eine jeweilige Kursstärke von knapp 40 Schülern hätte – alles andere als gute Lernvorraussetzungen). Dann wäre es möglich, die dort eingesparten Stunden für die Schwerpunktkurse zu verwenden, ohne finanziellen Verlust zu machen.
Dass eine solche Einstellung, in keinem Fall einem Gymnasium dieser Größe gerecht wird, dürfte klar sein. Geld darf nicht wichtiger als die Bildung sein. Und so zitiere ich einen Lehrer dieser Schule: „Wollen Sie meine Meinung dazu hören? Ich finde, es ist ein Unding, dass eine Schule wie diese, es nicht auf die Reihe bekommt, die volle Bandbreite an Kursen anzubieten!“
Wie das Ganze weiterverläuft, wird sich die nächsten Tage zeigen. Man kann nur hoffen und sich natürlich, wo es nur möglich ist, dafür einsetzen, dass diesen Schülern nicht unnötig ihr Leben schwerer gemacht wird.



Provinzgeflüster empfiehlt: Freie Videos
Mai 3, 2007, 10:00
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Fernsehen ist weder eine Tugend noch ein Verbrechen. Nein, es ist eine Angewohnheit.
Nachdem meine Pizza den Status der Verzehrbarkeit erreicht hatte, kam mir der Gedanke, während des Essens der deutschen Fernsehwelt ein wenig Gehör zu schenken.
Ich denke, ich muss mich an dieser Stelle nicht über die Banalitäten und Grausamkeiten an Programminhalten auslassen, welche mir geboten wurden.
Nein, an dieser Stelle geht es um eine ganz andere, lohnende alternative zum Pizza-Begleitendem Fernsehen.

Es geht um die Videocommunity.
Hier haben junge wie alte Nachwuchsregisseure die Möglichkeit, ihre Filme auszustellen.
Während ich also meiner letzten GEZ-Zahlung hinterhertrauerte, machte ich mich auf die Suche nach ein paar lohnenden Alternativen zu „GZSZ“, „Quiz-Taxi“ oder „DAS!“.

Was ich fand, erstaunte mich mehr denn je. Wer im ernsten Moment eine Plattform wie Youtube vermutet, dem sei hiermit gesagt, dies ist nicht der Fall.
Um euch die Auswahl etwas leichter zu machen, hier eine kleine Zusammenstellung meiner bisherigen Favoriten:

  • Raufschwaden
    Ein Film über die aktuelle Diskussion um ein RauFverbot in Deutschland. Empfehlenswert, speziell für RauFer und die, die es werden wollen.
    Regie Maximilian Müller
  • A Las Barricadas
    30 Wuppertaler Antifaschisten kämpften im spanischen Bürgerkrieg in der republikanischen Armee gegen (den späteren Diktator) Franco und die deutschen Nati-Truppen. Einer der wenigen Überlebenden war Helmut Kirschey, der bis zu seinem Tod am 23. August 2003 in Göteborg lebte. Nach einer halbjährigen KZ- Haft floh er 1933 nach Holland und ging von dort im Juli 1936 nach Spanien.
    Der Film begleitet den Wuppertaler Anarchosyndikalisten Helmut Kirschey 1989 auf eine Erinnerungsfahrt nach Spanien an die Stätten seines damaligen Aufenthaltes, wo er aktiv als Milizionär der anarchistischen Kolonne Durruti an den Kämpfen des Bürgerkriegs zwischen 1936 und 1939 teilnahm.

    Regie Volker Hoffmann
  • Sonnenaufgang
    Gefilmter Sonnenaufgang.
    999 Frames mit einer Renderzeit von 12 Stunden.
    Regie Noah Doersing

Also, meine Empfehlung an euch für heute Abend und auch für die nächsten Momente voll qualvollen Zappens über den grauen Fernsehalltag Deutschlands:
Ein Blick in die Videocommunity bietet weitaus mehr Unterhaltung als die Vorschau zur nächsten Folge von „GZSZ“.
Und wer sich jetzt immer noch fragt, warum diese Empfehlung gerade bei Provinzkritik auftaucht, dem sei ein Zitat des allerersten Eintrags auferlegt.

Weg von alltäglicher Betäubung und Manipulation kapitalistischer Massenmedien und hin zu einer quantitativen Bereicherung alternativer Informationsquellen und Meinungsplattformen.