provinzgefluester


Halloween Mosh
Oktober 31, 2007, 10:43
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Bevor ich es vergesse, heute abend geht es hierhin:

Ich bin immer noch am überlegen, ob mit oder ohne Kostüm. Mafiosi, Nazi, Rockabilly.

Also, erscheinen und moshen. Wer nicht kommt ist Polizist, sollte ja bekannt sein.



It doesn´t matter if you drink beer
Oktober 31, 2007, 9:18
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Konrad Nerd:

For all of you who think I’m an asshole cuz I’m straight edge: It is my decision. It is only for myself. I would never say: „True till death“ but I would be proud to say one day „I was clean for my whole life“. I stay clean cuz in my eyes alcohol, cigarettes and drugs can’t solve your problems. They only help toget away from it for a moment. So many people I know used it to relaxed,see things different, to get away but now they are running, running and it seems to be endless. I face the problems with a clean head. Drink your beer, smoke your pot but in these days I will refuse that stuff. But I will never refuse a friendship or a helping hand…

„it doesn´t matter if you drink beer, you could be a better friend than any edger here“

not astray – straight edge fashion



6 Jahre sind kein Ganzes
Oktober 29, 2007, 9:08
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„Wenn der Kapitalismus erfordert schlecht zu leben

Müssen wir den Kapitalismus abschaffen“

Genua? Was zum .. ?

Carlo Giuliani

kanalB.org (Flash)

July 20th

Conflict – Carlo Giuliani

 „Wenn sie mir neun Jahre Haft geben, was sollten sie dann mit Leuten tun, die einen umbringen?“

Der Mann mit dem Brett

„Zurück nach Genua!“

6 Jahre danach

225 auf 25

Genua ist nicht vorbei

„Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.“

 



Ein letzter Wink aus der Leichenhalle
Oktober 28, 2007, 9:25
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Drogen, Orgien und Gewalt. Der Leitsatz einer hasserfüllten und enttäuschten Generation von neuartigen Fuckups.
Thomas schmiss E´s, Martin hing an der Flasche und Tina war seit Monaten auf einem schief gelaufenen Pilz Trip.
Kiffen und das bisschen Koks nebenbei. Wen sollte das nich klein kriegen? Heroin war verpöhnt, man wolle sich ja auf nichts langfristiges einlassen. Das Gewissen über den eigenen Konsum von harten Drogen mit plumpen Ausreden und Versprechen zu decken schien eine willkommene und sichere Art zu denken, man übertreibe es nicht und halte sowieso mehr aus als die anderen Verlierer hier.
Doch so lange man Geld hatte, hatte man Stil und rutschte nicht weiter. Weiter in einer Szene, in welcher man keinen weiteren Rutsch brauchte.
Die Drogenpickel wurden weiter mit langen Haaren überdeckt und das Hoffen auf einen neuen Rausch war bereits seit Monaten verschwunden.
Gab es eine weitere neue Ebene nach XTC, Gras, Koks und Alkohol? Müsste man die Pilze nicht öfter schmeißen?
Und was war mit den LSD-Trips, die die neue Freundin von Thomas anschleppte?
Ich wusste es irgendwann nicht mehr, und es war mir egal, was ich wann schmiss, rauchte oder trank.
Hatte es mit einem Gefühl von Selbstmitleid und einer gehörigen Portion jugendlichen Leichtsinns angefangen, war es letztlich nur das teure und schöne, reine weiße Pulver, welches einem vorm Einschlafen und schlimmen Träumen bewahrte.
Eines Abends versuchten wir erst LSD, ein bisschen Koks hinterher, Korn zum nachspülen und zwischendurch immer wieder ein Joint.
Die Körper in Ekstase, Pupillenweitungen im Minutentakt und das blöde Gefühl, dass da im Rausch was schief lief.
Martin wurde an diesem Abend mit inneren Blutungen und Bewusstlosigkeit ins Krankenhaus eingeliefert. Keiner konnte fahren, und ein Krankenwagen hätte in unserer Wohngegend zu viel Aufsehen erregt. So zog jeder seinen 20 € Schein aus der Nase, man verfrachtete Martin in ein Taxi und bezahlte dem Fahrer ein 30 € hohes Trinkgeld, wenn er bloß den Mund hielte.
Keiner traute sich, etwas zu sagen. Allen schien klar zu sein, dass so etwas doch nur eine Frage der Zeit war.
Alle konnten mit den Drogen umgehen, nur Martin nicht.
Wir bauten uns einen seelischen und gedanklichen Schutzwall. Hauptsache, der Konsum würde weitergehen. Ohne Selbstzweifel, Angst oder Vorwürfen.
Martin kam nach 2 Wochen aus dem Krankenhaus. Sein Arzt attestierte ihm einen anhaltenden Leberschaden.
LebeNsscaden hätte wohl besser gepasst, auf jeden von uns.
Doch der Konsum schwächelte nicht und die Popkultur der heutigen Drogenszene brachte immer neue Wundermittel.
Uppers und Downers wurden in unser Sortiment aufgenommen, das Kiffen immer weiter herausgedrängt.
Keiner bemerkte, wie wir uns immer weiter voneinander entfernten.
Martin war mittlerweile 24, arbeitslos. Thomas 22, arbeitslos. Tina 21, Halbtagskraft in einer Sex-Hotline.
Und ich? Ich war zu diesem Zeitpunk 27. Ich begleitete als Zivilbeamter der Drogenfahndung 4 Jahre lang 3 Leute.
Als die Wohnung gestürmt wurde, wusste ich nicht, was mir mehr leid tat. Der Zustand, dass diese 3 Personen nun festgenommen wurden. Oder die Tatsache der persönlichen Bindung zu ihnen, welche unumgänlich war.
Ich gab meinen Job auf, blieb ein paar Monate arbeitslos und machte mich mit einem Blumengeschäft selbstständig.
Mitgenommen aus 4 Jahren Drogenrausch und Ermittlungsarbeit hatte ich nur eins:
Drogen ändern keine Menschen
Die Menschen ändern die Drogen

„Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse sondern gut gemeint“
~ Kurt Tucholsky



Kapitalistischer Suizid in 15 Minuten
Oktober 23, 2007, 12:09
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Oder auch: Eine Milchmädchenrechnung an der Tankstelle

Innerhalb von 15 Minuten 10 Euro zu verdienen und auszugeben ist nicht unbedingt eine Fertigkeit, welche man mit Stolz hinaustragen sollte.

Tatsächlich habe ich es dennoch geschafft.
Also, machen wir eine kleine Abrechnung:

Regenrinne abdichten
3 Säcke Gartenabfälle zum Container tragen
Altglas entsorgen

Macht im Schnitt 10 leicht verdiente europäische Währungseinheiten.

Nächster Schnitt, Tankstelle:

1 x Big Pack rote Gauloises                    = 5, 35 €
1 x Next Halfsvare Tabak                      = 2, 60 €
1 x OCB Slim Blättchen Schwarz           = 1, 30 €

Macht im Schnitt leichte ausgegebene     9, 25 €

Einen schönen Gruß an dieser Stelle an die kleine Verkäuferin der Tankstelle.
Ich bin über 18 und OCB Blättchen sind kein Verbrechen.



Herr P. – Zertifikate und Berufserfahrung
Oktober 23, 2007, 7:48
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Herr P. sah verschlafen aus. Immerhin ein gemeinsamer Zustand, war ich selber doch um halb acht aufgestanden, um einen Termin beim Arbeitsamt wahrzunehmen.

Nachdem der bürokratische Nonsens abgewickelt war und mindestens 3 Personen
feststellen konnten, dass ich doch tatsächlich Herr H. bin, betrat ich das verlassen und einsam wirkende Büro von Herrn P.
Herr P. hatte mich also eingeladen, über meinen beruflichen Werdegang zu sprechen
und mich auf ein Berufsleben nach meiner Abschlussprüfung vorzubereiten.

Zweifelt doch nun jeder Beamte daran, wenn die ihm vorsitzende Person selber keine
Vorstellung noch Ahnung davon hat, wie es denn weitergehen soll.
Auf die Frage bezüglich des Wehrdienstes war es mir lediglich möglich, mit einem leicht
gähnenden „Neeeiiiinnnn…..“ antworten.

Herr P. schien bereits nach 5 Minuten an mir zu verzweiflen. Ich war erschrocken, dass er selber zu dieser frühen Zeit keinen Kaffee vor sich stehen hatte.
Und es war mir um so schwerer vorzustellen, wie sich ein Beamter bei solch einem Arbeitsbeginn den Umständen entsprechend wachhalten könne.

Nach einer gewissen Zeit kam ich mir vor wie in einer Quiz-Sendung.
Eine Frage mit 2 Antwortmöglichkeiten.

„Haben sie Zertifikate“ „Nein“
„Möchten Sie den Grundwehrdienst ableisten?“ „Nein“
„Möchten Sie Ersatzdienst leisten?“ „Ja“

Nachdem ich die Frage nach Zertifikaten verneinte, schien Herr P. plötzlich vergessen zu haben, was im deutschsprachigen Wortschatz das Wort „Nein“ für eine Bedeutung zu haben scheint.
Was folgte war eine viertelstündige Belehrung über seine ansichtliche Sinnlosigkeit und gleichzeitige Notwendigkeit von Zertifikaten bekannter Branchenriesen.

Da ich hier nicht punkten konnte, versuche es Herr P. mit „Berufserfahrung“. Ich war überzeugt, diese zu haben. Doch auch an dieser Stelle schlug die deutsche Arbeitsmarktrealität mit ihrer vollen Breitseite zu.

3 Jahre Ausbildung sind keine Berufserfahrung.
Und was habe ich all diese 3 Jahre gemacht?

Würde ich mein Arbeitszeugniss betrachten, ich wäre mir verdammt sicher, ich habe mir nicht 3 Jahre lang den Finger in den Arsch gesteckt und letztendlich auf meine Abschlussprüfung gewartet.

Herr P. sah das anders. Doch konnte man es ihm nicht verübeln. War er doch lediglich einer der Beamten, welcher die bestehenden Anforderungen und Bestimmungen des deutschen Arbeitsmarktes umzusetzen hatte.
So blieb es nach einem einstündigen Beratungsgespräch bei ernüchternden Fakten.

Ich wusste weiterhin nicht, was ich Anfang nächsten Jahres tun solle.
Einziger Fluchtpunkt der Zivildienst.

In diesem Sinne hoffe ich, dass jeder Personalberater und Abteilungsleiter bei meinen Vorstellungsgesprächen mindestens 3 Zertifikate und 5 Jahre Berufserfahrung auf seinem Gebiet hat.

Ich verließ die Agentur für Arbeit, mein Fahrrad hatte einen Platten.

Durch meine Ohren gingen But Alive und Such a Surge.
Und die Kaffeemaschine konnte auch nicht mehr weit sein.

under pressure but i can take this
come on bring me your pressure, easy going fool
under pressure but i can handle it
my mind is under pressure every day

~ Such a Surge – Under Pressure



Stunden ändern die Monate
Oktober 22, 2007, 5:15
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„Pack deine Sachen ein und raus. Du bist jetzt nicht mehr zu haus“

Dass ein Umzug so schnell statt finden könnte, hätte ich selbst nicht erwartet.

Auch wenn der Import und die Sortierung der alten Beiträge etwas mühsam war, hat es sich gelohnt.

So ist das provinzgefluester ab dem heutigen Tage also auf wordpress zu hause. Schöne Grüße an das Solotalent, die Baumschule und diejenigen, die dies lesen.



Solotalente, provinziale Baumschulen und der ganze normale Blogwahn
Oktober 22, 2007, 4:50
Gespeichert unter: Blogroll

Baumschulen
Dass alte Hunde gut bellen, beweist ein altbekannter Blogger und guter Freund seit gestern aufs neue.
Baumschule wurde in meine Linkliste aufgenommen. In guter Erinnerung an is-nich.net

Solotalente
Etwas überrascht hat mich der schon seit längerem bestehende Blogauftritt eines „solotalentes“. Im Tabellenbuch: Leben finden sich neben schönen Fotos auch anregende Beiträge, sowie ein interessantes docümentá de Bodé. Absolut lesenswert.

Provinzverzweiflung
Und was ist mit der Provinzkritik?
Manchmal komme ich mir vor ein ein alter Seefahrer, der es noch einmal wissen will.
Beiträge, Fotos, Infos und massenhafte Links sowie Ideen zu Inhalten liegen vor.
Doch was tun, wenn die Motivation irgendwo zwischen dem letzten Joint und einer Flasche portugiesischem Rosé hängen geblieben ist?
Sollte ich hier wirklich weiter ansetzen, wird wohl der Umzug auf ein neues Blogsystem die erste Neuigkeit sein. twoday.net erfüllt nicht mehr meine Erwartungen sowie Maßstäbe an ein gutes und stabiles System. Blogsport.de und WordPress.com sind ins Auge gefasst.
Sollte also die Motivation wieder ihren Weg zu mir finden, so wird ein Umzug unumgänglich sein. Hoffentlich zeigt sich mir bis dahin ein Weg auf, wie ich meine komplette Beiträge mit umziehen kann.

Aber wie sagte bereits im Film Jurassic Park ein berühmter Wissenschaftler:
Das Bloggen findet einen Weg

So oder so!



Für euch soll´s rote Rosen regnen
Oktober 8, 2007, 9:25
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Aktuell wie nie, verfasst am 1. März 2007

istillfeellikerioting

Bis zum 1. März 2007 hattet ihr durchgehalten. Dann kam der Stichtag. Ihr wart nicht alleine. Weder in Gedanken, noch in den Taten.
Genau 25 Jahre. Vielleicht pure Ironie, dass in so einem Jahr des Jubiläums das Ende eingeläutet werden sollte.

Am 1. März 2007 wurde das von Autonomen im Jahre 1982 besetzte „Ungdomshuset“ von Polizei und Anti-Terror Einheiten gewaltsam geräumt.
Ungdomshuset steht für im sprachlichen Gewand für „Jugendhaus“.
Doch für uns und für euch stand es für mehr. Es stand für die Verwirklichung von Ideen und Kraft.
Es stand für einen Freiraum, in welchem Menschen aller Nationen, Hautfarben, Religionen und Geschlechter miteinander lebten und feierten. Und wenn es nötig war, dann wusstet ihr, man könne auch gemeinsam kämpfen.
Kämpfen wollten sie alle. Jeder auf seine Art. Die einen radikal, die anderen friedlich. Jeder auf seinem Weg, aber jeder mit dem einen Ziel. Das zu verteidigen, was über die Jahre für die Jugendlichen aufgebaut wurde. Nicht die Jugendlichen Kopenhagens, nicht die Jugendlichen Dänemarks. Nein. Ihr standet für die Jugend weltweit.
Ihr konntet uns zeigen, dass man sich nicht von jenen einschüchtern lassen sollte, die ihre Macht durch den Staat beziehen. Dass man gemeinsamen und ohne die Verteilung von Mächten etwas erreichen kann. Dass man jung ist und doch so alt im Hinblick auf neue Leute, welche jeden Tag die Zuflucht aus der Gesellschaft zu euch, in euer Haus suchten.

down

Am 1. März 2007 wurde das von Autonomen im Jahre 1982 besetzte „Ungdomshuset“ von Polizei und Anti-Terror Einheiten gewaltsam geräumt.
Und ich war dabei. Ich habe keinen Stein geworfen, keine Barrikade angezündet, keine Demo-Kette gebildet, keine Straße Blockiert, keinen Polizisten angegriffen. Ich habe keinen Molotov-Cocktail geworfen und kein Auto umgekippt.
Nein, ich saß vor meinem Monitor und verfolgte die Nachrichten.
Ich ging durch die Straßen und war bei euch. Ich trank einen Tee und war bei euch. Ich sprach mit Freunden und war bei euch. Ich machte Fotos und dachte mit jedem Auslösen des Blitzes an euch.
Ihr, die nun in Gefängnissen sitzt, in Verhörräumen ausharren müsst, im Krankenhaus liegt.
Und ihr, die ihr immer noch auf den Straßen von Kopenhagen steht, immer noch Zufahrtsstraßen blockiert, immer demonstriert.
Ihr, die weltweit nun auf der Straße steht, demonstriert. Euch nicht einschüchtern lasst.
Ihr alle, die zeigt, dass das, was am 1. März 2007 passiert ist, nicht richtig war. Die Internationale singt, im Gedächtnisse habt oder sie aufschreibt. Die internationale Solidarität hochleben lasst und wisst, dass der Widerstand auf allen Eben geschehen kann.
Das Ungdomshuset wird nicht das letzte autonome Zentrum, welches geräumt wurde.
Erinner wir uns an die „Ex-Steffi“ in Karlsruhe oder die Mainzer Straße.
Das Ungdomshuset wird auch nicht das letzte Zentrum gewesen sein, welches besetzt wurde.
Die Gewalt, die von euch angewendet wurde, ich kann sie verstehen. Sie zu tolerieren und zu akzeptieren und zu verstehen, wird vielen Leuten nicht möglich sein.
Die Gewalt der Polizei, sie ist legitimiert. Doch dies heißt nicht, dass sie akzeptiert und toleriert werden muss.
Ich wünsche euch in Kopenhagen und euren Freunden und Unterstützern weltweit alle Kraft, die euch möglich ist, zu geben.

Am 1. März 2007 wurde das von Autonomen im Jahre 1982 besetzte „Ungdomshuset“ von Polizei und Anti-Terror Einheiten gewaltsam geräumt.
Und es war falsch.
See you on the barricades ….

Trauer