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Wenige Kommentare, stockende Zugriffstatistiken.
Ich würde nicht erwarten, dass hier jeder Artikel unbedingt 10 Kommentare braucht, noch dass er bei Google hoch gelistet ist.
Wie es sich zeigt, sind es eher andere Arten von Aufmerksamkeit, welche mir durch das Schreiben hier zuteil kommen.
Ich dokumentiere an dieser Stelle einfach die Aussage einer guten Freundin:
„wenn ich deine texte high lese entsprechen sie vollkommen meinen gedanken..also der stil, die sätze, wortwahl, einfach alles, es wirkt ziemlich trippy unf auf vollspeed.
diesen stil schätze ich eigentlich sehr, aber auf der anderen seite merke ich zusehends, dass mir da etwas fehlt.
also nicht nur bei deinen texten,sondern im ganzen leben.rausch ist schön, wunderschön, aber so kann es doch nicht weitergehen.ich merke zusehends an mir, dass ich immer leerer werde und habe angst, dass irgendwann nichts mehr von mir bleibt.und ich denke nicht, dass es daran liegt, dass ich den guten sinn der welt noch nicht gefunden hab, sondern, dass es ihn echt nicht gibt, und das einzige, was mich davon abölenken kann ist ein netter rausch.
deine texte bringen das ziemlich auf den punkt.sie vermitteln mir so nen abgefucktes, junkie,sexabend, hortod gefühl.
und wenn sie mich in einigen schlechten situationen treffen, fucke ich noch mehr ab, als zuvor.“
Zu einem späteren Zeitpunkt folgte dann der Höhepunkt:
„aber jetzt wird mir eigentlich auch wieder etwas klar..
erkannt, dass die welt widerwärtig ist haben wir schon.aber warum sollte man dann so masochistisch sein und sie nüchtern ertragen wollen?
wenn die leere irgendwann zu groß wird, verschafft man sich halt einen goldenen abgang.„
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01.39 Uhr. Der rechte Ellenbogen blutet. Der Kopf tut weh. Die Regionalbahn ist besetzt, die Plätz am Klo frei.
Resignieren. Resignieren über die letzten 10 Stunden.
Früh aufgewacht, Knapp 4 Stunden geschlafen. Weiter high, Familienessen. Auf Gras sehr witzig. 3 -4 Glas Rotwein.
Dessert interessiert nicht. Hauptsache ein verlässlicher Ort zum chillen. Ich denke an letzte Nacht, das Ende wieder einmal am Notebook gefunden und eingeschlafen. Ich hatte einen alten Freund zu Besuch. Genau, so war es.
Wie auch immer, Familienessen. Chillen auf Bett, Ringen nach Schlaf. Ich wachte um 16.30 auf. Draußen wurde es dunkel, und irgendwo hegte sich der Gedanke, noch etwas zu machen.
17.30 Uhr. Halbswegs wieder gesellschaftsfähige Gestalt angenommen. Sekt zum aufwachen. Ich taumle.
Mein Notebook bietet mir ICQ und Jabber Nachrichten wie Sand in der Wüste. Die entscheidende Nachricht irgendwo darunter.
Spontane Unterhaltung mit einer alten Freundin. Gewissenskonflikt beseitigt. Einladung auf WG-Party.
Leute zusammengetrommelt und ab zum Erscheinen auf einer uns unbekannten Feierlichkeit. Mister Becks übersteht den Weg zum Bahnhof nicht. Zu dritt gegen einen, so müsste mein Tod aussehen.
Angekommen. Man begrüßt sich. Sie gibt mir eine leichte Umarmung, doch das Lächeln zerwirft dies.
Heute Abend wäre ich hier richtig. Die Party lief. 4 Stunden bis wir hätten gehen müssen. Wir brauchten Bier. Etwas Grünes musste auch noch irgendwo hier sein.
Das Ende der Party muss für mich außerhalb des Hauses abgelaufen sein. Ich sah mich auf einer Seitenstraße zum Bahnhof.
Die Freunde dabei, so musste unser letzter Zug das Ziel sein.
Der Zug kam und wir rannten. Eine schnelle Umarmung, etwas streicheln, und ich sagte es ….
„Allein wegen dir bin ich hier. Ich freu mich. Wir sehn´uns!“
Anschließend musste ein romantisches Wendemanöver zum Zug den Abschlus des Abends sichern.
Ein Wendemanöver, Ja. Aber der Bordstein hatte mich lieb gewonnen und so kassierte ich unfreiwillig Schläge von den Produkten der Straßenbaumeisterei.
Pöbeln, etwas Gras kaufen, Bier austrinken, Neues öffnen. Alles innerhalb von 20 Minuten. Meine innere Uhr schien verrückt zu spielen.
Zu hause noch etwas rauchen, Abstand gewinnen, Ein blutender Ellenbogen. Viel schlimmer aber der Orkan, welcher einem seine Gefühle wiederbrachte. Das Ego kippt einen, meistens bei Nacht und wehrlos.
Gott ist weiterhin stoned, und die Tragkraft dessen sagt alles über ihn aus.
Ich lachte über die Ironie und dachte daran, einzuschlafen,
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Als ich vor einigen Jahren die familären Weihnachtsfeiern als leider notwendigen Bestandteils eines Trinkrituals kennen lernte, hätte ich niemals geahnt, solch ein grandioses Gespräch an einem dieser Abende mitverfolgen zu dürfen.
Oma 1: „Ach schau einmal, was K. für eine Jacke anhat. Sag einmal, ist das da ein Totenkopf drauf?“
K: „Ja, ist mit drauf gestickt. Sieht aber doch ganz nett aus.“
Oma 1: „Meinst du nicht, dass das die Mädels sehr verschreckt?“
K: ~hmpf~
Oma 2: „Dein Opa hatte auch mal einen Totenkopf. Aber am Ring.
Das ist lange her. Da war er in der Panzerdivision der SS. Hachja, die Zeit!“
K: ~Nichts wie weg~
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Bier ist ein Weihnachtsgeschenk.
Und Weihnachtsgeschenke werden prinzipiell an der Tankstelle gekauft
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Familienfeiern mit alten Leute deprimieren.
Versteht mich nicht falsch. Nicht im Sinne wegen all der Altnazis und armen deutschen Opfer, welche ihre Kriegsgeschichten kundtun und sich über die Ausländer beschweren.
Ich für meinen Teil habe an diesen Treffen weitaus größere Gesichtspunkte entdeckt. Mein primäres Ziel bestand im Erspähen und Vernichten von Weißburgunder Flaschen. Hinzu kam das neue Rauchverbot. So konnte man als Außenstehender alle halbe Stunde einen zitternden, jungen Mann mit Zigarette in der Kälte stehen sehen.
Ich war angenervt.
Drinnen bot sich ein Schauspiel von Tod, Trauer und Hilflosigkeit. Ein Mann, ich schätze ihn auf Mitte 60, benötigte ganze 5 Minuten, um aufzustehen und sich seine Jacke überzuziehen. Ihn anzustarren, überkam mir mit Scham. Er zitterte und war langsam. In einer Art von Reflex guckte ich wieder rüber. Er schaute mich an. Tiefe Augenhöhlen, den Kiefer etwas verzogen und große Ohren. Ich stellte mir vor, ich würde hier stehen. 60 Jahre später. Ich versetzte mich in Personen, Freunde hinein und erdachte mir, wie sie nach all dieser Zeit aussehen würden. Die Gespräche über Polen und alte Kameradenlieder ließen mich weitgehends kalt.
Es faszinierte mich, diese Gedanken zu hegen.
Ein guter Freund mit 70, Lungenkrebs. Alex, 64, Schlaganfall. Tina, 70, starke Sehschwäche. Torben, demenzkrank.
Eine komische Vorstellung und folgende Angst, sich selber zu sehen.
Ich könnte zu keinem Zeitpunk verantworten, was ich meinem Körper angetan habe und werde. Ein Gefühl von Selbstmitleid und Angst.
Das Weizenbier fing mich auf, ein kräftiger Schluck gepaart mit dem zahnersatzartigem Lachen eines dicken alten Mannes.
Gott wird uns nicht auffangen, der ist viel zu stoned. Die Vorstellung an ein von Krankheiten gezeichnetes Ableben beschäftige mich zusehends.
Bei Kaffee und Kuchen beobachtete ich eine Frau dabei, wie sie etwa 3 Minuten ein Stück Sahne auf ihrer Lippe balancierte und es nicht merkte.
Ich hoffte auf eine weitere Runde guten Schnaps und das baldige Ende dieser Horrorveranstaltung. Zu hause könnte man noch so manchen schönen Rausch genießen.
So sollte es sein, und ich unterbreche hier. Zeit für eine Auszeit und die Frage, was ein Sarg mit meinem Gebissabdruck wohl so kosten würde.
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Irgendjemand sprach von Hunden, und ich als Fremder fühlte mich fremd in diesem fremden Haus.
Konversation und Unterhaltung waren meine Freunde, doch ich entschied mich für die schöne drunken loneliness.
Nach den Überlegungen einer bestanden Prüfung und dem Verlangen nach mehr kam ich zu dem Entschluss, welchen ich lange suchte.
Konsumiert man eine Zeit lang keine Drogen und bereitet sich auf ein Ereigniss, ob Prüfung, Klausur oder vorzeitigen Samenerguss vor, so darf dessen Erfolg durch den individuell übermäßigen Konsum von Drogen auf keinen Fall gefeiert werden.
Ich feierte für mich selbst und suchte weiterhin das Gesprächsthema „Hund“.
Im Hintergrund spielten Bloc Party und der Gedanke „raus hier nach hause“ folgte dem Verlangen nach Bier.
Charles Bukowski wäre mein Freund, hätte er das Astra Pils und den kleinen aber feinen Rausch genossen.
Mag man mich für überdreht oder paranoid halten.
Aber Bier mag er gern und er trinkt es mit mir. In meinen Träumen.
Torkelnd und lauschend ist es meine Art von Genuss, euch zuzuhören.
„Ich nehme mir vor, diese Woche komplett runterzuschalten und mich auf andere Dinge als einen Rausch zu konzentrieren“.
Ein kräftiger Fehlschlag, auf persönlicher Ebene lebenswerter denn je.
Ob Bukowski oder Adorno, was auch immer die beiden mit einander zu tun haben mögen.
Das Lindener schmeckt und der einzige Grund, hier abzusetzen, ist der Mangel an Zigaretten und prächtigem Gras.
So when you gonna realise
Those are not your wrongs to right?
Have another line, have another drink
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Wenn ich nichts sagen kann, es aber so viel zu sagen gibt.
Das ist das schlimmste. Ab einem gewissen Zeitpunkt zog ich mich zurück und genoss die späten Stunden. Ich war immer noch hier auf dem Sofa, bei ihnen. Die halbe Zigarette in der Hand.
Gedanklich jedoch weit entfernt.
Hektisches Zusammenpacken und den letzten Schluck Bier. Der Zug kommt sehr bald. Letzte Möglichkeit für den lang ersehnten Schlaf im eigenen Bett.
Ich hatte etwas viel von allem, ein Flash nach dem anderen in unregelmäßigen Zügen. Und irgendwo das Gefühl, die Kontrolle über eine Zeitlupe zu erlangen. Schnell, langsam, ungewöhnlich.
Es ist spät, als ich zu hause ankomme. Hunger treibt mich in die Küche.
In meinem Zimmer knalle ich mit voller Eleganz gegen eine Holzkiste. Ich ignoriere den Schmerz und esse.
Bukowsky muss es so gewollt haben, denke ich mir und suche ein Feuerzeug. Nichts geht mehr. Endstation.
Morgendlicher Horror. Pochender Kopf, schwere Knochen, lähmende Müdigkeit. Ich versuche, aufgefrischt durch eine lange Dusche, einigermaßen klar zu kommen und den nächsten Zug zu erwischen.
Der Weg zum Bahnhof erscheint schneller als gedacht. Ich denke an all die Menschen und ihre Blicke am Gleis und beginne zu zittern. Keine Zeit mehr für den Bäcker, nur noch schnell deszum Zug.
Als ich direkt nach Anfahrt des Zuges in meinem Sitz versinke, denke ich an Vergangenes.
2 Jahre meines Lebens in einen Traum zu stecken, obwohl man gar nicht erst einschlafen kann. Eine lächerliche Metapher im Gegensatz zur guten alten Depression.
Ich denke, das ist es, was ich über die Monate hinweg vermisst oder verdrängt habe. Die Auffassungsgabe für Depressionen. Der wöchentliche Absturz, die sinnentleerten Gesprächen „Hi, alles klar?“ „Jo, geht!“am Rande von Partys.
Im Bahnhof kaufe ich mir Zigaretten und hoffe darauf, dass mir das Mädchen hinter der Kasse ihre Nummer zukommen lässt.
Nachdem ich in einem Schaufenster mein Äußeres resigniert und diese tiefen, blutunterlaufenen Augenränder betrachtet habe, kann ich es ihr nicht verübeln, dass sie es nicht getan.
Alkohol, das muss es gewesen sein. Der wenige Schlaf, das nicht vorhandene Essen. Gott verdammt. Es muss doch ein Prinzip geben, durch das man sich innerhalb der Woche nicht so dermaßen abschießen kann.
Ich verwerfe den Gedanken und hole mir Kaffee.
Neaera, Egotronic und Co. sind auch schon in meine Ohren gekrochen und bereichern meine Wahrnehmung.
Also kann nichts schief gehen. Und wenn der Chef trotzdem meckert, gibt´s als als revolutionären Akt des Widerstandes einen heftigen Wink mit der Bier-Fahne.
Bukowsky würde sich im Grabe umdrehen. Aber scheisse ich bin mir sicher, an MEINEM Grab lest ihr Adorno, trinkt Wodka und schmückt den Friedhof mit roten Fahnen.
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Ein „ich vermisse dich“ zwischen ein wenig Freiheit genießen
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Ich stehe am Gleis. Der wohl verdiente Kaffee auf dem Weg nach hause.
Als die Bahn kommt, fallen mir die 3 auf. Selbst meine Großeltern würden merken,
dass es Nazis sind. Sie sind besoffen. Dass Kind im Kinderwagen, den der Zahnlose von ihnen vor sich herschiebt, es schreit.
Ich verkneife mir einen Spruch und steige in die Bahn. Am Ende des Waggons, wo alle Plätze nebeneinander sind, ist noch etwas frei.
Die 3 kommen nach und die Bahn fährt los. Einige der Leute unterhalten sich mit den Saufnazis. Meine Jacke ist halboffen, sie sehen meinen Pullover.
„Mach mal deine Jacke auf, Schwuchtel!“ Nun ist ende mit Stille.
„Fresse, Nazi“ Der Kerl wird zunehmend aggressiv. Die beiden anderen beklagen sich bei den Fahrgästen, was für eine Unverschämtheit es wäre, sie als Nazis zu bezeichnen. Ich schüttel mit dem kopf.
Der Kerl fragt, wo ich denn raus muss, während sein noch Kamerad mir erklären will, dass der Thors Hammer für ihn Bedeutung seiner germanischen Abstammung habe.
Ich will anfangen zu lachen und nach seinem Ariernachweis fragen, da drängt sich Saufnazi 1 wieder ins Bild und meint, er würd es heut fair machen. Die beiden sollten aussteigen und er würde das mit mir alleine regeln.
Klasse denke ich, und das nach so einem Arbeitstag.
Die Leute um mich herum gucken mich an, als wäre ich das Urböse im Zug.
Nach ein paar weiteren verbalen Schlagabtäuschen mit den 3 Kraken beschließen diese, doch auszusteigen und lassen noch ein paar Sprüche fallen.
„Ok“. denke ich. Nun solltest du eigentlich klar stellen können, dass man sich so etwas nicht gefallen lassen kann. Bevor ich jedoch zu Wort komme, folgt eine 10 minütige Diskussion zwischen mir und 5 anderen Leuten, bei welcher ich kaum etwas sagen kann. Mir wird vorgehalten, ich sei ein Idiot. Ein Mädchen erklärt mir, sie habe auch Nazis in ihrem Freundeskreis und die seien alle „OK“.
Langsam verliere ich jegliche Motivation, diesem Gespräch weiter beizuwohnen. Nachdem ich der Dame mir gegenüber nochmal verdeutlicht habe, dass diese 3 Personen eindeutig Nazis sind und man doch mal den Mund aufmachen könne, beginnt der Mann mit dem Stock im Arsch ein paar Meter weiter auf mich einzureden. Es sei dumm von mir, etwas derartiges zu sagen und generell sollte man lieber schweigen.
Schweigen, deutscher Einheitsbrei. Schweigen könnt ihr. Vor 60 Jahren wie heute.
Ich muss aussteigen. An der Tür spricht mich eine Frau an und sagt, sie habe alles mit verfolgt und könne nicht verstehen, wieso ich mich überhaupt so aufrege.
Ich rege mich nicht auf, denn schließlich kann ich jetzt nach hause und dies hier schreiben.
Irgendwo zwischen einem Joint, einem Bier und der monumentalen Erinnerung an deutsche Zivilcourage.
In diesem Sinne …. Deutschland, du opfer! Du warst als Kind schon scheisse!
Tocotronic – Aber hier leben, Nein Danke!
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MIAU hat es mir angetan.
Ein schöner No-Krauts Blog mit großartigem Stickerversand. Ruhig reinschauen.
