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Die Frage nach exstenziellen Möglichkeiten erübrigt sich in genau dem Moment, wo du feststellst, dass dein Körper dir nichts mehr wert ist.
Einzig und alleine die äußere Erscheinung und dein Ansehen in der Gesellschaft, beeinflusst durch deinen Körper und dein Aussehen, stellen den letzten Punkt in diesem Spiel dar.
Warum fett, wenn´s auch dünn geht? Wo ist fett, wo beginnt dünn und warum erhöht Clearasil die Preise?
Es kann dir im Endeffekt scheiss egal sein, wie groß du bist, was du wiegst, ob du Pickel hast, deine Haare fettig sind oder die letzte Intimrasur 3 Wochen her ist.
Jedes noch so verdammte Foto (Ok, sehen wir an dieser Stelle von der Sache mit der Intimrasur ab) rückt dich und dein kaputtes Ego wieder in ein halbwegs gutes Bild.
Damit du wenigstens bei Myspace, StudiVZ und all diesen Web 2.0 Communitys zeigen kannst: Auch wenn es mir scheisse geht, ich mit mir unzufrieden bin, mich hässlich finde und mit nichts im Reinen bin, so bin ich wenigstens hier in Ordnung.
Dann freust du dich, über all die Typen und Mädels, die du sowieso nicht kennst, welche dein Profil auschecken. Die alle ebenso gut aussehen. Entweder einen der typischen Emo-Scheitel, kurze Haare oder eine in die Mode gekommene Frisur. Individualität ist nichts, Zugriffszahlen auf dein Profil sind alles.
Vielleicht noch etwas mehr die erotischere Pose Baby, und du kannst du dich vor Anfragen von notgeilen Vollidioten vorerst nicht mehr retten. Immerhin wird hier ein szenetypisches Web 2.0 klischee abgebaut. Es sind nicht irgendwelche Nerds, welche dort ihren verschwunden Internetlieben hinterhergeiern.
Nein, der normale Durchschnittsteen oder Student hat entdeckt, was für Winkelkombinationen mittlerweile selbst eine Handykamera zu leisten vermag.
In diesem Sinne, ich werde mich jetzt wieder in mein StudiVZ verkriechen und den Kommunismus ausrufen. Vorerst nur virtuell, aber selbst Tomb Raider wurde ja schon verfilmt.
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Wir sprechen heute zu Euch, so als alte Bekannte, die wir uns seit über 10 Jahren immer und immer wieder irgendwo in diesem Lande treffen. Und wir kennen uns – und das müsst Ihr zugeben – ziemlich gut.
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Ich will das einmal alles anhält, und ich endlich meine Zeit kriege, über alles nachzudenken und endlich Entscheidungen zu treffen.
Endlich den Arsch hochzukriegen, die Lustlosigkeit zu bekämpfen und der Antriebslosigkeit den Krieg zu erklären.
Nach der Arbeit spontan das Badezimmer zu putzen, den Kaffee vom Morgen wegzukippen und 5 Minuten lang die vielen Pfandflaschen anzuglotzen, mit der Frage im Hinterkopf „Wann bringe ich den Scheiss endlich weg?“.
Pfandflaschen sind eine schöne Metapher für das, was ich in letzter Zeit immer wieder merke und fühle. Eine Wiederholung von Ereignissen. Flaschen kaufen, trinken, Flaschen wegbringen. Kaufen, Trinken, Wegbringen.
Ohne einen Funken von Veränderung.
Wenn ich früh Morgens gegen den Kater ankämpfe, dann markiert dies bereits den Höhepunkt meines Tages. Und irgendwann dann fragt man sich immer wieder einmal selber, ob dieses rumsaufen, kiffen, feiern, lieben, verletzen und letztendlich auf die Fresse fallen so gewollt ist.
Ich will wieder schreiben, in diesem Blog, und zwar nicht mehr oder nur darüber, wie schnitzeldrauf ich wieder war, wie beschissen alles läuft oder warum auch immer ich nur depressiven Mist aus mir rauskriege.
Darüber schreiben, warum das mit der Liebe und den daraus resultierenden Enttäuschungen und Erfolgen ein regelrechter Kreislauf ist. Warum Myspace letztendlich doch nur Selbstprofilierung ist und was es mit dem Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft auf sich hat.
Ich dachte 5 Minuten über Straight Edge und einen Neuanfang nach.
Danach bestellte ich noch einen Drink.
“Wer A sagt, der muß nicht B sagen. Er kann auch erkennen, daß A falsch war.”
Bertold Brecht
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Eigentlich war es schon geil, direkt an 2 Bäckern zu wohnen, wenn man morgens zum Bahnhof musste.
Bei Frau Wunderbar war ich bereits Stammkunde. Einen Kaffee zum mitnehmen, ein Big Pack rote Gauloises und 2 Brötchen.
Dinge wie Zuneigung, Liebe, Sex und dieser ganze sentimentale und körperliche Scheiss fehlten mir nicht. Dies jedenfalls hatte ich mir anscheinend gut genug eingeredet.
Dunkelrote, schulterlange Haare. Sie kaufte eine Packung rote Gauloises, einen Kaffee und warf mir einen unverständlichen Blick zu.
Idiot! Kein Wunder, mit solchen Pupillen und dem verschlafenen Gesicht könntest du selbst Michael Jackson in die Wüste jagen.
Vor 3-4 Jahren wären mir nun wahrscheinlich alle Arten von sexuellen Fantasien, von romantischen Abenden, gemeinsamen Autofahrten oder ein Besuch bei ihren Eltern in den Kopf genommen.
Nichts. Leere. Nicht einmal ein kräftiger Schluck Kaffee vermochte es, meinem Denken aufzuhelfen. Ich konnte sie ansehen, und nicht einmal das Verlangen nach einem Gespräch, dem billigen Anmachen mit der Feuerzeugfrage oder ein kleines Lächeln entsprang meinem Gesicht.
Wahrscheinlich würden wir uns nicht nocheinmal begegnen, schoss es mir durch den Kopf. Sie nahm den selben Weg wie ich zum Bahnhof.
Scheiss egal, auf zur Arbeit und versuchen, die alltägliche Monotonie so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.
Angefangen hatte es an sich ja schon gut, auch wenn sie bereits in einem Bus saß, den ich nicht nehmen konnte.
Er beinhaltete Mut, eine gehörige Portion Selbstwert und Freude am Leben.
Peter Licht – Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken
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Ich werde mich nicht mehr an sie richten. Alles verloren, und trotzdem gut.
Ich bleibe hier, und vielleicht waren im Endeffekt doch wieder nur ich und meine verdammte Unsicherheit schuld, dass nichts funktioniert hat.
Verdammte Erinnerungen, und nicht der Ansatz eines neuen Anfangs.
Es ist ja nunmal nichts so, dass mich hier wenig ankotzt. Ob nun mein Vermieter, meine Körpergröße oder dass der Typ mit dem Gras schon wieder weg ist.
Aber ich denke, ich habe innerhalb des letzten Monats eine Art neutrale „Scheiss egal, hauptsache geil“ Stellung um mich herum aufgebaut.
Feiern, schlafen, wenig essen, prügeln, Arbeit verteufeln.
Bei all dem habe ich es noch nicht einmal geschafft, auch nur ein Sofa in meine Wohnung zu kriegen. Aber wozu auch, man ist ja sowieso kaum da.
An sich doch eigentlich verdammte schäbige Art für einen Neuanfang, und mittlerweile mache ich mich gar keine Gedanken mehr darum, ob all dies auf mich passt.
„Angst vor ´ner Alkoholvergiftung?“ fragte er.
„So´n Blödsinn“, sagte ich und bestellte noch einen dieser verdammt geilen Cocktails.