provinzgefluester


Boys don’t cry, ich weiß!
April 9, 2008, 6:53 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Alltag

Eigentlich war es schon geil, direkt an 2 Bäckern zu wohnen, wenn man morgens zum Bahnhof musste.
Bei Frau Wunderbar war ich bereits Stammkunde. Einen Kaffee zum mitnehmen, ein Big Pack rote Gauloises und 2 Brötchen.

Dinge wie Zuneigung, Liebe, Sex und dieser ganze sentimentale und körperliche Scheiss fehlten mir nicht. Dies jedenfalls hatte ich mir anscheinend gut genug eingeredet.

Dunkelrote, schulterlange Haare. Sie kaufte eine Packung rote Gauloises, einen Kaffee und warf mir einen unverständlichen Blick zu.
Idiot! Kein Wunder, mit solchen Pupillen und dem verschlafenen Gesicht könntest du selbst Michael Jackson in die Wüste jagen.
Vor 3-4 Jahren wären mir nun wahrscheinlich alle Arten von sexuellen Fantasien, von romantischen Abenden, gemeinsamen Autofahrten oder ein Besuch bei ihren Eltern in den Kopf genommen.

Nichts. Leere. Nicht einmal ein kräftiger Schluck Kaffee vermochte es, meinem Denken aufzuhelfen. Ich konnte sie ansehen, und nicht einmal das Verlangen nach einem Gespräch, dem billigen Anmachen mit der Feuerzeugfrage oder ein kleines Lächeln entsprang meinem Gesicht.

Wahrscheinlich würden wir uns nicht nocheinmal begegnen, schoss es mir durch den Kopf. Sie nahm den selben Weg wie ich zum Bahnhof.
Scheiss egal, auf zur Arbeit und versuchen, die alltägliche Monotonie so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.

Angefangen hatte es an sich ja schon gut, auch wenn sie bereits in einem Bus saß, den ich nicht nehmen konnte.
Er beinhaltete Mut, eine gehörige Portion Selbstwert und Freude am Leben.

Peter Licht - Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken


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