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„Seit zwei Monaten sind wir hier zugange, wir haben mit vielen Menschen gesprochen, wir haben jede Menge Fragen gestellt und wir haben keinen einzigen Nazi gefunden. Jeder ist ein Nazigegner. Alle Leute sind gegen Hitler. Sie sind schon immer gegen Hitler gewesen. Was heißt das? Es heißt, dass Hitler die Sache ganz allein, ohne Hilfe und Unterstützung eines Deutschen durchgezogen hat. Er hat den Krieg angefangen, er hat ganz Europa erobert, den größten Teil Russlands überrannt, fünf Millionen Juden ermordet, sechs bis acht Millionen Polen und Russen in den Hungertod getrieben, vierhundert Konzentrationslager errichtet, die größte Armee in Europa aufgebaut und dafür gesorgt, dass die Züge pünktlich fahren. Wer das ganz allein schaffen will, muss schon ziemlich gut sein. Ich kenne nur zwei Menschen in der ganzen Welt, die so etwas können. Der andere ist Superman…“
[Zitat des amerikanischen Nachrichtenoffiziers Saul K. Padover, in: Lügendetektor. Vernehmungen im besetzten Deutschland]
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Zerschellter Rücken, Heiserkeit, Kopfschmerzen.
Notebook an, Outlook auf, Myspace laden.
Schönes Konzert, und was bleibt danach?
Wenn man wieder einmal zwischen angetrunken und der Gier nach mehr hier sitzt, den Kopf schon halb gesengt, ein Joint, das eine Becks noch.Im Halbschlaf legt sich ein unsichtbarer Arm um mich.
Ich schmiege mich an den dazugehörigen Körper.Ein Gefühl von Sicherheit in Zeiten der Angst.
….. wenn sich vor Wasserwerfern hunderte von Fäusten ballen
~ but alive
ich hoer euch oftmals sagen ich sei doch nur ein freak. ein traeumer, ein spinner, der nichts gebacken kriegt. und wenn ich euch dann frage, was euch denn wichtig ist, dann habt ihr keine ahnung und verzieht nur das gesicht. ihr moegt gern wilde parties und die neusten trends. „wer hat die dicksten eier?“ und „wer ist ueberaus potent?“. makelloses aussehen und jede menge geld. das ist fuer euch alles, das ist das was zaehlt. ich krieg das grosse kotzen bei dieser generation, und das beginnt heute im kindergarten schon. frueher spielten kinder mutter, vater, kind, heute fragen sie, ob die schuhe von nike sind. ihr sagt: „da kann man halt nix machen, das ist der lauf der zeit“, doch diesen schiess zu glauben, dazu bin ich nicht bereit. auch wenn ich nicht viel aender, macht es fuer mich sinn, denn ihr sollt ruhig wissen, dass ich wuetend bin! bestandsaufnahme, ich gegen den rest der welt! 1, 2, 1, 2 fickt euch
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„Also eigentlich weiß ich ja auch nicht, ob das so das wahre ist. Weißt schon, Studium, WG, Politik, Randale, dieses ganze Szeneleben. Meinst du nicht, in zehn Jahren wachst du plötzlich unterbewusst auf und denkst dir, du hast was verpasst?“
Ein schöner Abend am Wasser. Sonnenuntergang, Becks und Gras.
Klischeebehafteter könnte es auf meine Person nicht zurückfallen.
Schön so. Tina und ich rauchen einen Joint, doch die Frage geht mir nicht aus dem Kopf.
Im Endeffekt ist mir ja eigentlich egal, wo ich nun arbeite, wohne oder mir den Kopf eintreten lasse.
Hauptsache zusammen mit Leuten, die ich mag.
Sentimentalen Blödsinn ala Verbundenheit und „ganz ganz dicke“ ist mir sowieso scheiss egal.
So lange die Leute stimmen kann selbst die stümperhafteste Kleinstadt mithalten.
Und irgendwie ist da doch dieses Zeichen von Schwäche. Ich denke, ich stehe damit nicht alleine da.
Eigentlic sagt man, man sei schon erwachsen und könne nun alles haben, überall hin gurken und sich diese ach so tolle Welt anschauen.
Und wer macht es?
Vielleicht ein Achtel, wenn ich meinen Freundeskreis betrachte, lösen sich komplett.
Erst ein Jahr Ausland, dann ein Jahr Zivildienst, und im Endeffekt meistens in eine Studentengroßstadt. Szenestadt, wie viele es gerne sagen.
Und ich?
Mir ist das egal. Eigentlich ist mir gerade alles hier egal.
Ob ich nun einen neuen Job finde, die alte Wohnung endlich loswerde oder nicht mehr gefragt werde, warum es beziehungstechnisch nicht läuft.
Und eigentlich kann ich es mir selber nicht erklären, darauf zu scheissen.
Wenn ich in zehn Jahren im Szeneviertel sitze, ne WG mit fünf Leuten und mich dann frage, was die letzten Jahre passiert ist.
Man kriegt es mit und will es dennoch nicht akzeptieren.
Manchmal gehören Menschen nunmal in Schubladen, da kann mir selbst der weltoffenste Hippie erzählen, was er will.
Und wehren tut man sich sowieso nicht mehr. Wozu auch?
Diese Gesellschaft ist dermaßen kaputt und gespalten, dass es mittlerweile keinen mehr interessiert, ob man nun Hip-Hop oder electro bevorzugt. So lange die Attitüde stimmt und das Aussehen Schubladenmäßig passt, findet man seinen Platz.
Damit findet man sich ab, klarer Fakt.
Ich selber werde in zehn Jahren hoffentlich an dem selben Steg am selben Ort sitzen, mit den ersten Falten im Gesicht und mich daran erinneren, was für einen selbstzerstörerischen Mist ich in meiner Jugend geschrieben habe.
Sehr gut zu beschreiben über einen guten Freund:
„Ich habe gestern Abend deinen ganzen Blog gelesen. Alle Einträge.
Danach war ich stark geknickt und depressiv.“
Komisch. Egal.
