Gespeichert unter: Blogroll
(Hilfestellung für ein Essay)
Abschottung.
Nehmen wir an, ich merke, dass viele Verhaltensmuster und Standarts dieser Gesellschaft mir missfallen.
Ich kann damit an sich nicht leben. Ein weg in die anonymisierung ist auch immer ein Weg dahingehend, sich gewissen Problemen nicht stellen zu wollen.
Merke ich also nun selber an mir, dass ich in einigen Gesichtspunkte den Vorgaben gesellschaftlicher Verhältnisse nicht passe, so sonder ich mich dessen ab, oder ich anonymisiere mich.
Diese Anonymisierung geschieht schrittweise, und sehr gut sehen kann man dies beispielsweise anhand von „Punk“.
War Punk vor 30 Jahren eine direkte Abschottung, ein ganz vehmenter Gegenpol zur Gesellschaft, so ist es doch heute nur noch eine Anonymisierung.
Will ich also auffallend unauffällig sein, so gebe ich mich wenigstens kleidungsmäßig dahingehen. Der Gedanken dessen, und da müssen wir nun einmal ehrlich sein, der Grundgedanke ist längst verloren.
Wenn Anonymisierung also nun so geschieht, merkt es keiner.
Natürlich kann man dies auch an anderen Beispielen festmachen.
Fakt jedoch ist, hat man diese Gesellschaft verstanden, oder meint man es, so geschieht eine eigene Anonymisierung teilweise von selbst.
Ich möchte ja auch nicht meinen Freundeskreis verlieren, ich sehe nur die Menschen anders.
Eine befreite, solidarische und herrschaftsfreie Gesellschaft bedarf dem Mittel der Anonymisierung von unten. Der Anonymisierung der Menschen, welche die Fehler erkannt haben.
Manche sehen hier eine Art Lehrerfunktion, ich sehe darin den Wegweiser.
„Wir werden nicht dadurch freie Menschen, daß wir uns selbst, nach einer scheußlichen Phrase, als je Einzelne verwirklichen, sondern dadurch, daß wir aus uns herausgehen, zu anderen in Beziehung treten und in gewissem Sinn an sie uns aufgeben. Dadurch erst bestimmen wir uns als Individuen, nicht indem wir uns wie Pflänzchen mit Wasser begießen, um allseitig gebildete Persönlichkeiten zu werden. Ein Mensch, der unter äußerem Zwang, ja durch sein egoistisches Interesse zur Freundlichkeit gebracht wird, gelangt am Ende eher zu einer gewissen Humanität in seinem Verhältnis zu anderen Menschen als jemand, der nur, um mit sich selbst identisch zu sein – als ob diese Identität immer wünschbar wäre -, ein bösartiges, vermuffeltes Gesicht macht und einem von vornherein bedeutet, man sei für ihn eigentlich nicht vorhanden und habe in seine Innerlichkeit, die vielfach gar nicht existiert, nichts hineinzureden.“ [Aus: "Gesammelte Schriften - Kulturkritik und Gesellschaft" - Theodor W. Adorno]
..but I like it. I like it. I really like it!
(in Zusammenarbeit mit einem Unbekannten)
„Beziehungsweise frei“ zu lesen und zu verstehen, heißt ja nicht zwangsläufig das man sich nicht einer beziehung hingeben kann. man muss eben wissen welche zwänge, ängste und zwischenmenschlichen widersprüche eine beziehung beinhaltet. dann kann man auch damit halbwegs glücklich sein. „halbwegs“ is dann auch schonmal ganz gut wenn man sich daran gewöhnt hat nie wieder „blind“, also glücklich zu sein. oder?
Glücklich, da habe ich vor Jahre mal was drüber geschrieben, ist eine beschissene Definition und meiner Ansicht nach gar nicht erst existent. Wenn du von dir aus sagst, du seist glücklich, dann blendest du etwas aus. Dann hast du bereits die Hälfte dieser rosaroten Brille auf und lässt dir jeden Tag Täglich gegen den deckenden Teil davon pissen. Und das merkst du nicht.
Die Schichten einer Beziehung und dessen Eckpunkte, wie sie in unserer Gesellschaft definiert sind (ob man sich daran hält oder nicht, sei so dahingestellt), offenbaren sich doch für jeden anders. Gerade deswegen jedoch ist für mich persönlich diese Art von Bindungsangst existent. Nicht, dass sich nicht binden möchte, sondern immer wieder Angst vor allen Problemen. Sieh es wie eine rückwärtige rosarote Brille, wenn man den Effekt betrachtet.Ich denke ich bin nicht blind, auch in keiner Beziehung.
Denn ich bin nicht glücklich, und das ist verdammt schön so.
…Jetzt könnte ich soviel dazu sagen…“Glück“ ist am Ende ja auch nur ein Konstrukt um sich Wohlzufühlen. Nix anderes. wie Liebe & Gesellschaft.
Ein Produkt derer, die nichts mit sich selbst anzufangen wussten. Manchmal wünsche ich mir, einer von denen zu sein. Mich in mein Leben einzurollen und mich leiten zu lassen. Auch mal nicht hinter der Startlinie rumzuirren und nach genauso verlaufenen Menschen zu suchen. Alles in allem macht denken wahnsinnig müde und dabei kann einem, wenn man sich darauf einlassen kann (bei dem Punkt bin ich mir bei mir zumindest nicht so sicher) eine „engere“ zwischenmenschliche Beziehung, durchaus als „Ruhepunkt“ dienen & als irgendwas Greifbares. In meinem leben ist das meist die einzige Sicherheit, die mir trotz alledem genauso große Angst einjagt, wie sie mir Sicherheit verkündet. „Sicherheit“ hat irgendwie auch was mit Zwang zu tun, merke ich gerade.
Merkwürdig – alles, aber das wusste ich ja schon.
Merkwürdig das alles. Aber das kriegt man ja beiläufig immer mit.
Ist die Frage, in welcher Relation man dieses „nichts mit sich anfangen“ setzt.
Nur bezogen auf Gesellschaft und Liebe?
Oder auf sich selber, wenn auch sehr egoistisch, minimal egoistisch.
Im Endeffekt ist dies sowieso reine Philosophie und Theorie, die man, so wie es bei mir ist, versucht auszuleben.
Klappt nicht immer, aber was soll´s.
Was mir nur einfach oft Angst macht ist, wenn man sich mit Menschen unterhält, die sich „noch nicht so viele Gedanken gemacht haben“ redet.
Sagen sie immer sie würden einen verstehen und alles was ich sage, nachvollziehen können. Wie aber soll das gehen? Ich hab die letzten 4 Jahre gebraucht um zumindest einen Teil von dem zu verstehen was mit mir und um mich herum passiert…das kann einem Angst machen.“..und sie nicken dir zu, obwohl sie nicht wissen wovon du redest.“Naja, wenn Menschen nichts zu tun haben, kommen sie auf die krudesten Ideen. Irgendwer hat die „romantische“ Liebe ja auch „erfunden“, „geprägt“ und/oder „gepredigt“. Was dabei raus gekommen ist wissen wir ja.jedoch ist es schwer menschen etwas begreiflich zu machen, wenn da keine „religion“ dahinter steckt. an dinge die man erklären kann „glauben menschen eben nicht“ und man wird als sekte abgestempelt, dinge die der mensch nicht versteht hingegen, werden als gegebenheit hingenommen „…das ist eben einfach so!“
…bei mir klappts auch nicht. vielleicht will ich auch nicht das was klappt. besser als sich von irgendwelchen „normen“ zerfressen zu lassen ist das allemal
„besser als sich von irgendwelchen „normen“ zerfressen zu lassen ist das allemal.“
Wobei ich es mir mittlerweile mit einigen Leuten abgeschrieben habe, über Gefühle zu reden. Rigoros, auch wenn das vielleicht eine Flucht oder eine „Null-Bock-Einstellung“ zeigt, so ist es mir lieber.
Ich kann Leute, außerhalb von meinem Blog, nicht wirklich sagen, was ich fühle, mich beschäftigt oder generell „was los ist“. Scheiss Phrasendrescherei ala „wie geht´s?“ sind dann der letzte Teil des Mindfucks.
Vielleicht hätte man in den 68ern ein bisschen mehr Adorno und Marx rum gehen lassen sollen, dann hätten wir jetzt vielleicht andere Zustände.
Wunschdenken, aber immer eine Art von denken.
Ja, die 68er. Wie der offene Umgang miteinander in der Praxis funktionierte, das wussten sie, aber warum, das blieb vielen wahrscheinlich verwehrt. Lag vielleicht auch an extremer Bewusstseinserweiterung gepaart mit Sex. Das lässt vergessen.Das Resultat haben wir dann jetzt. Am geilsten sind immer noch die, die einem dann noch zu verstehen geben, „dass sie das alles auch mal so gesehen haben“. Wenn ich die Dinge so betrachte wie ich sie heute betrachte, die vorherrschenden Verhältnisse vor mir sehe, kann ich doch keinen Schritt zurück machen. Man müsste mich schon dümmer machen als ich bin. Das zeigt mir, dass die „die nur reden“ nie verstanden haben was sie sagten.Phrasendrescherei ist der kleine Tod den ich täglich sterbe, immer und immer wieder und keiner scheint es zu merken, nicht einmal wenn man es jemandem vor Augen führt. Alltäglicher Mindfuck – das trifft´s wohl – und keiner merkt es.
Wie auch immer wir von Beziehungen und Glück zu den 68ern gekommen sind.
Ich hatte vor ein paar Monaten, da war ich gerade arbeitslos, ein 1-Wöchiges Medienseminar zum Thema Radio / freie Medien. War klasse, ich habe damals noch woanders gewohnt.
Jedenfalls hatten wir jemanden, 25 oder so, Bernd hieß er.
Bernd hatte die ganze Schule durchgemacht, Szene-Kind, wenn man es so nennen möchte. Ein junger Linker unter alt denkenden Leuten, so kam es einem manchmal vor.
Ich hatte Bernd irgendwann zwischendurch mal was zu Rauchen besorgt, und wir quatschen ein bisschen umher, Gesellschaft, Freunde, Kommunismus.
„Also, pass mal auf. Dass diese Welt hier scheisse und im gegenwärtigen Zustand schwer zu ertragen ist, haben wir doch schon lange begriffen. Dass wir den einzigen wirklichen Ausweg, bzw. die Perspektive für eine bessere Zukunft kennen,
steht fest. Nun gilt es, dein Leben in der Form zu leben, soweit man die Gesellschaft verändert. Der Mensch ist in dieser Hinsicht sowieso von Grund auf dumm. Man muss ihm alles vorlegen“
Gespeichert unter: Alltag
„Beziehungsweise frei“ zu lesen und zu verstehen, heißt ja nicht zwangsläufig das man sich nicht einer beziehung hingeben kann. man muss eben wissen welche zwänge, ängste und zwischenmenschlichen widersprüche eine beziehung beinhaltet. dann kann man auch damit halbwegs glücklich sein. „halbwegs“ is dann auch schonmal ganz gut wenn man sich daran gewöhnt hat nie wieder „blind“, also glücklich zu sein. oder?“
~ Minimalisierter Leser
Glücklich, da habe ich vor Jahre mal was drüber geschrieben, ist eine beschissene Definition und meiner Ansicht nach gar nicht erst existent. Wenn du von dir aus sagst, du seist glücklich, dann blendest du etwas aus. Dann hast du bereits die Hälfte dieser rosaroten Brille auf und lässt dir jeden Tag gegen den deckenden Teil davon pissen. Und das merkst du nicht.
Die Schichten einer Beziehung und dessen Eckpunkte, wie sie in unserer Gesellschaft definiert sind (ob man sich daran hält oder nicht, sei so dahingestellt), offenbaren sich doch für jeden anders. Gerade deswegen jedoch ist für mich persönlich diese Art von Bindungsangst existent. Nicht, dass sich nicht binden möchte, sondern immer wieder Angst vor allen Problemen. Sieh es wie eine rückwärtige rosarote Brille, wenn man den Effekt betrachtet.
Ich denke ich bin nicht blind, auch in keiner Beziehung.
Denn ich bin nicht glücklich, und das ist verdammt schön so.
Diskutieren. Eigentlich mag ich das.
Doch dann ging es um letztes Wochenende.
Als dieser Kerl seinen Zahn verlor.
Wie willst du Gesellschaftstheorien vertreten, wenn du Faschisten verteidigst?
Es tut weh, mit dir zu streiten. Streitpunkt? Völlig klar zwischen uns beiden. Denn eigentlich haben sie alle es verdient, etwas Schmerz zu spüren.
Und dann geht es mit dir durch. Menschenrechte und Verhaltenslinien.
Wieso hätte er mehr abbekommen sollen? Wieso? Wieso?
Vielleicht hättest du diese Frage vor 60 Jahren stellen sollen.
Es gibt keinen fairen Kampf gegen Faschisten. Und auch wenn deine, vor mir nicht gemochte, Subkultur es unabdinglich entgegentstellt, diese Art von „Menschlichkeit“ zu bewahren.
Wo war diese Menschlichkeit vor 60 Jahren. Und wieso sollte ich an dieser Stelle an Menschlichkeit denken, wenn dieser Barbar vor mir lielgt?
Ob ein oder zwei Zähne, all dies ist mir egal.
Und danach erst kommt der Schmerz, den ich empfinde.
Mit dir zu streiten, schlimm wie lange nicht mehr.
Weil du dort stehst, und immer wieder sagst, ich hätte überreagiert.
Es ist mir egal. Ich pfeife auf deine Meinung, und gerade dies fällt mir schwer.
Doch was erwartest du? Einsicht? Für wen? Dass er geblutet hat, oder dass mein persönlicher Hass in alles einfließt?
Natürlich denken wir in einer Linie „human“. Doch Faschisten? Die Erinnerung an die Shoa?
Es gibt nichts widerwärtigeres, als mich bei Leuten wie ihm zu entschuldigen.
60 Jahre und nichts gelernt. Dazu kann ich nur zitieren, und hoffen, dass auch eine unpolitische Subkultur irgendwann ihre Schlüsse daraus zieht.
„Als die Bomber über Berlin ihre Bomben abwarfen – wir konnten das von unserer illegalen Bleibe in der Nähe von Berlin beobachten –, schrie meine Mutter in den nächtlichen und surrenden Himmel hinein: ‘Gebt ihnen mehr, gebt ihnen noch mehr’.“
- ein jüdischer Überlebender auf die Frage eines Fernsehreporters, wie er damals als in der Illegalität lebender Jude die die Bomardierung Berlins erlebte.